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Malteser Gelsenkirchen

Sanitätsdienst

Malteser Sanitätsdienst

Von der Schürfwunde über Kreislaufprobleme bis zur Schnittverletzung: Sanitäter versorgen viele kleine und große Nöte direkt vor Ort.

Bei öffentlichen Veranstaltungen ist vielfach ein Sanitätsdienst Pflicht – ob bei Sportereignissen, Theateraufführungen, Konzerten oder Demonstrationen. Wo viele Menschen zusammenkommen, sorgen Malteser für Sicherheit.

Die Malteser bieten für jede Veranstaltung das richtige Konzept, abgestimmt auf die Besucherzahl und das Gefahrenpotential.

Ihre Ansprechpartner vor Ort:

Sebastian Rogalla
Stadtgeschäftsführer ea. und Leiter Sanitätsdienst
Tel. (0209) 40858903
E-Mail senden

Sie können uns buchen!

Die Ordnungsbehörde kann ab einer bestimmten Anzahl von zu erwartenden Besuchern oder bei besonders gefahrengeneigten Veranstaltungen eine Betreuung durch einen Sanitätsdienst vorschreiben. 

Die Malteser stellen Sanitätsdienste für alle Arten von Veranstaltungen. Das Spektrum reicht von eher ruhigen Vorträgen und Konferenzen über Sportturniere bis hin zu Konzerten oder Stadtfesten. 

Unsere Möglichkeiten beginnen bei zwei Sanitätern, ausgestattet mit einem Sanitätsrucksack zur erweiterten Erste Hilfe vor Ort, bis hin zu einem Krankentransportwagen. Wenn Sie selbst eine Veranstaltung planen, beraten wir Sie gerne.

"Liebes Einsatztagebuch!"

Seit vielen Jahren begleiten die Malteser sanitätsdienstlich das Reitturnier in Gelsenkirchen-Scholven. Der folgende Eintrag im "Einsatztagebuch" beschreibt einen solchen Sanitätsdienst aus Sicht einer Helferin.

Liebes Einsatztagebuch,

es ist 6:04 Uhr und ich bin gerade aufgestanden. Als der Wecker geklingelt hat, hätte ich mich am liebsten nochmal umgedreht… Jetzt bin ich aber wach und ziehe langsam meine Einsatzkleidung an. Heute steht das Reitturnier in Scholven an und wir leisten drei Tage lang den Sanitätsdienst vor Ort. So, ich mache mir schnell noch einen Coffee to go und ziehe die Haustür leise hinter mir zu. Jetzt aber schnell! Ich haste die Stufen hinunter, Sven wartet schon im KTW auf mich.

Als wir um kurz vor 7 an der Dienststelle ankommen, sind wir die ersten (das kommt nicht gerade häufig vor). Sven und ich packen schon mal eine Kiste Wasser ein und machen die Autos startklar. Jetzt treffen auch Matze und Dagmar ein und zu viert machen wir uns auf den Weg zum Reitturnier.
Nach einer kurzen Fahrt treffen wir in Scholven ein und bauen unser „Equipment“ für den Tag auf. Gemeinsam stellen wir unser Faltzelt, Tisch und Stühle auf. Wenn man den ganzen Tag über auf einem San-Dienst ist, ist es Gold wert, eine Sitzgelegenheit zu haben. Während bereits das erste Springreiten im Hintergrund läuft (die Klasse L für 4-jährige Pferde, wenn ich´s richtig verstanden habe) prüfen wir unsere Materialien auf Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit. 

Matze ist in der Zwischenzeit schon mal losgelaufen, um uns bei unserer Ansprechpartnerin vor Ort anzumelden. Nach ein paar Minuten ist er wieder zurück und hält einen Umschlag in den Händen. Sehr gut! Da sind unsere Wertmarken für den Tag drin. Wenn das nicht mal ein perfektes Timing ist… So langsam knurrt uns allen der Magen. Also: Zeit für´s Frühstück! Nach einem Brötchen und einer heißen Tasse Kaffee sind wir bestens gelaunt und bestaunen das muntere Treiben auf dem Turnierplatz. Obwohl eigentlich Regen angesagt war, scheint jetzt sogar die Sonne.

Es ist halb 11 und das Turnier in vollem Gange. Immer wieder starten Reiter mit ihren Pferden, die zum Teil kuriose Namen haben. Jetzt gerade startet z.B. „Roquefort“ (ist das nicht der Stinkekäse aus Frankreich?). Andere Pferde heißen „Caipirinha“ oder „Estragon“. Es scheint wohl in zu sein, die Pferde nach Lebensmitteln zu benennen. Naja, so lange gleich nicht noch „Leberwurst“ oder „Linsensuppe“ starten… 

Die Lage ist aus unserer Sicht bisher ruhig, wir hatten noch keinen Einsatz. Auf dem gegenüberliegenden Feld hat das Dressurreiten begonnen. Als Laie muss ich zugeben, dass mich das beim Zuschauen schnell langweilt: „Reiten Sie von A über X nach B…“. Ich bleibe lieber beim Springreiten, das kommt mir actionreicher vor.

Eine Fanfare wird eingespielt, die Verleihung eines Ehrenpreises folgt. Doch welcher Preis verliehen wird, weiß ich nicht genau. Hier geht jetzt alles ein bisschen durcheinander und der Platz füllt sich mit Besuchern. Ich lehne mich zurück und blättere in meiner Zeitschrift. Eine Stadt in Japan versteigert wegen finanzieller Probleme ihren Namen an das meistbietende Unternehmen und heißt wohl bald Nintendo-City. Aha, sehr informativ. Die letzte Reiterin erhält wegen eines Springfehlers Punktabzug. Ihre Wertung verschlechtert sich von 7,3 auf 6,8.

Es ist Viertel vor 12 und Matzes Magen macht mal wieder auf sich aufmerksam. Das nächste Brötchen muss her. Kein Wunder, bei seinem Stoffwechsel… Im hinteren Bereich des Platzes wird eine kulinarische Meile aufgebaut. Soweit ich es von hier aus sehen bzw. riechen kann gibt es Backfisch, Pizza, Bratwurst, Zuckerwatte, Crêpes und gebrannte Mandeln. Keine schlechte Auswahl.
Mittlerweile hat sich die Sonne verzogen (aktueller Stand um 13:30 Uhr). Stattdessen ist es ziemlich windig und unser Zelt hätte sich vorhin schon fast verabschiedet. Wir haben es jetzt zusätzlich fixiert und die Befestigung der Zeltwand mit Pflasterstreifen verstärkt (man muss sich nur zu helfen wissen). Das sollte jetzt wohl halten.

Matze und Daggi sind Mittag essen gegangen. Gegen ein Stück Pizza hätte ich jetzt auch nichts einzuwenden. Der Reitplatz ist gerade gewässert worden und als nächstes reitet die Stute „Gogo-Girl“. Kein Kommentar. Die Lage ist weiterhin ruhig, keine Einsätze für uns. Zum Glück ist bisher alles glatt gelaufen, es gab keine Stürze oder Verletzungen. Ein Pferd hat mehrere Hindernisse verweigert und erhält deshalb keine Wertung. Matze und Daggi sind wohlgenährt zurückgekehrt und Sven und ich können uns als nächstes auf den Weg machen.

So! Das war lecker. Wir sind vom Essen zurück. Ich hatte eine tolle, frische Thunfisch-Pizza. Nur konnte ich die letzten beiden Stücke nicht mehr essen, da wir einen Einsatz hatten. Kein Problem, daran muss man sich gewöhnen. Eine junge Reiterin klagte über Atemnot in der Dressurhalle. Als wir eintrafen, ging es ihr schon wieder besser, sie konnte ganz normal mit uns reden.

Wir freuen uns! Florian ist zu Besuch gekommen. Er ist vor kurzem operiert worden und deshalb noch nicht wieder einsatzbereit. Aber mit den Kollegen eine Cola trinken und ein bisschen quatschen – das klappt schon wieder ganz gut.

Inzwischen hatten wir eine weitere Patientin: Ihr Pferd war ihr auf den Fuß getreten. Mit einem Kühlakku konnten wir ihr deutlich Linderung verschaffen. Trotzdem ging es ins Krankenhaus zur weiteren Abklärung.

Es ist 15:30 Uhr und das heißt Kuchenzeit für unseren Matze. Stachelbeerbaiser, gedeckter Apfelkuchen und Kaffee verhelfen uns schnell zu neuen Kräften. Ich verzichte auf den Kuchen, dafür ist es mir ein bisschen zu warm. Jetzt am Nachmittag ist die Sonne nämlich wieder rausgekommen und es ist ziemlich heiß. Das erkennt man auch an Matzes hochgekrempelten Ärmeln und Hosenbeinen. Es gilt, jeden Augenblick zu nutzen, um sich zu sonnen. Und im Hintergrund qualmen die Schlote des Kraftwerks Scholven.

Das Pferd „Lollipop“ belegt mit ihrem Reiter den dritten Platz. Das bewegt Florian spontan dazu, den gleichnamigen Song anzustimmen. Sehr witzig. Trotz meiner Allergietablette muss ich jetzt öfter niesen. Asche über mein Haupt – ich habe nämlich eine Pferdeallergie. Wenn ich den Zossen aber nicht zu nahe komme, geht es ganz gut. Zum Glück zählen die Vierbeiner nicht zu meinen Patienten. Für die Pferde ist natürlich ein Tierarzt vor Ort.

Es ist 17:25 Uhr und Florian muss gehen. Aber nicht bevor er mit Sven einen leckeren Kinderriegel-Crêpes verspeist hat. Nach einem kurzen Regenschauer hatten wir gerade einen weiteren Einsatz. Ein kleiner Junge war gefallen und hatte eine kleine Wunde an der Unterlippe. Nach ein paar Tränen und einem Pflaster ging es ihm schnell wieder gut.

Um 19:40 Uhr läuft das Turnier „2 Sterne Klasse A Idealzeit“. Wer wird wohl gewinnen? Ich habe zu Abend gegessen. Ich hatte eine Bratwurst und einen Crêpe als Nachtisch. Für die schlanke Linie ist das hier alles nichts, aber sooo lecker.

So langsam geht es in den Endspurt. Laut Plan stehen noch zwei Termine an. Wahrscheinlich wird es sich aber noch etwas hinziehen, der Zeitplan hinkt hinterher. Nach ein paar Runden „Black Stories“ (das ist ein Karten-Ratespiel) ist eine weitere Stunde um. Bald haben wir´s geschafft.

Der Rest des Abends verläuft eher unspektakulär. Wir schauen den Pferden beim Springen zu und vertreten uns zwischendurch die Beine. Tatsächlich kommt jetzt die Info: der Zeitplan verschiebt sich um eine halbe Stunde. Für uns heißt das, eine halbe Stunde länger bis zum Feierabend.

Aber natürlich kriegen wir die auch noch gut über die Bühne. Es ist jetzt auch an der Zeit, aufzuräumen und alles für die Nacht niet- und nagelfest zu machen. Nach der letzten Ehrenrunde zu lauter „Celebration“-Musik haben es Pferde, Reiter und Sanitäter geschafft. Erschöpft, aber guter Dinge machen wir uns auf den Heimweg. Es war ein interessanter Tag mit netten Kollegen und ich habe so einiges über´s Springreiten gelernt. Zum Glück hatten wir sanitätsdienstlich nicht viel zu tun, es war ein ruhiger Einsatz. Und morgen geht das ganze Spektakel weiter - ich bin gespannt. Aber jetzt freue ich mich erst mal auf mein Bett.

Bis morgen!

Deine Jenny

Mitmachen!

Die Malteser informieren Sie gern und laden ein zur Mitarbeit beim ehrenamtlichen Sanitäts- und Betreuungsdienst in einer der größten Hilfsorganisationen in Deutschland.

Für unser junges Team suchen wir motivierte ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich in ihrer Freizeit sinnvoll engagieren wollen. 

Wenn Sie mindestens 16 Jahre alt sind, Freude am Umgang mit Menschen haben und und Sie sich durch neue, interessante Aufgaben herausfordern lassen, sind Sie bei uns genau richtig! Gemeinschaft und Team sind für uns wichtig.

Wir bieten nach dem Erste-Hilfe- und Sanitätskurs auch die vielfältigsten Weiterbildungen, u.a. zum Funker, Rettungssanitäter, Einheitsführer, Einsatzleiter, Feldkoch, Ausbilder, sowie natürlich regelmäßige Fortbildungen in allen diesen Bereichen an.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE07370601201201206274  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7